Diesen Blog widme ich dem Thema Zelteinrichtung. Das ist natürlich nur eine Anregung. Wie ihr euch am Ende einrichtet muss zu euch und eurer Umwelt passen. Aber verausgabt euch nicht. Auch hier gilt: weniger ist mehr.So jetzt aber rein da!

Wir benutzen seit vielen Jahren das Vago Ark 2000. Um genau zu sein seit 2013. Unserem esten Wacken Festival. Die Wahl des Zeltes ist extrem entscheidend. Ihr müsst nicht nur auf die angegebene Personenanzahl des Zeltes achten, sondern auch auf die Verabeitung, den Aufbau und das Packmaß. Aber jetzt erst mal von vorn.
Beginnen wir am Eingang. Das ist deutlich entscheidenter als man anfangs animmt. Ein gutes Zelt sollte immer ein Vorzelt haben. Das ist ein kleiner extra abgetrennter Bereich vor der Schlafkabine. Dieser Bereich wird vor allem bei Schmuddelwetter wichtig. Es ist schon eine Kunst für sich mit einem Vorzelt das Equipment sauber und vor allem Trocken zu halten. Aber ohne wird es erst besonders spannend.Ein Vorzelt ist gedacht für Dinge die dreckig oder nass oder beides gleichzeitg sind. Außerdem für Equipment dass man ungern draußen herumliegen lassen möchte, aber in der Schlafkabine ebenfalls nicht aufbewahren möchte. Sprich ein Vorzelt ist für dreckige Schuhe, den Campingkocher, eventuell Pfanddosen oder den Müllsack.
Merke:
Die Schlafkabine sollte so groß sein wie ihr sie benötigt. Wir für unseren Teil haben hier sehr aufs Packmaß geachtet. Das bedeutet unser Zelt ist exakt auf 2 Personen ausgelegt. Die Größe eures Zeltes hängt also ganz entscheident von euren Bedürfnissen ab.Großes Zelt heißt auch großes Packpaß, kleines Zelt kleines Packmaß, aber dafür auch weniger Platz.In den Innenraum bzw. die Schlafkabine gehören außschließlich Dinge die ihr auch zum Schlafen benötigt. Das heißt die Isomatten, der Schlafsack, eventuell ein Kissen. Außerdem gehören auch Wertsachen wenn ihr sie nicht anderweitig wegschließen könnt ins Zelt an den Kopfbereich. Oder noch besser wäre es wenn ihr euren Geldbeutel und das Handy mit in den Schlafsack nehmt. Im Normalfall ist auf der Innenseite eine kleine Tasche eingenäht.Außerdem sollten im Innenraum die Dinge aufbewahrt werden die nicht nass werden dürfen. Das heißt eure Kleidung und Elektrogeräte und Powerbanks. Kleiner Tipp: Legt niemals etwas direkt an die Außenwand. In der Nacht bildet sich immer Kondenswasser. Und an der Stelle an der sich die Innenhülle und Außenhülle berühren (durch den Druck von dem Gegenstand im Inneren) sammelt sich hier das Kondenswasser. Das heißt, eure Kleidung wird allein durch das neu gebildete Kondeswasser nass. Auch im Innenraum sollten die Rucksäcke immer geschlossen sein, und die Powerbanks in Plastiktüten verpackt bleiben. Nehmt nur mit was ihr wirklich braucht.
Merke:

Mittlerweile existieren die unterschiedlichsten Zeltarten auf dem Markt. Ich werde im Folgenden auf die zwei Zelttypen eingehen die ich bisher am meisten wahrgenommen habe. Das ist zum einen das herkömmliche Stangenzelt und zum anderen das etwas modernere Pop Up Zelt.


Ich persönlich nutze schon seit mehr als 10 Jahren den Shooting Star One von Jack Wolfskin. Bei starker Hitze oder generell im Süden Europas reichte mir bisher ein dünner Schlafsack aus dem Discounter. Für die Wintermonate habe ich mir den extrem dicken Polarschlafsack Antarctica von normani besorgt.
Merke:
Normal: mittlere Dicke, Temperaturbereich: +4°C- +23°C
Sommer: geringe Dicke, Temperaturbereich: +15°C- +25°C
Winter: hohe Dicke, Temperaturbereich: -25°C- +5°C
Eine Faustregel die so gut wie immer zutrifft ist auch: Umso wärmer ein Schlafsack- umso dicker ist er auch. Diese Regel kann aber in sehr hochpreisigen Bereichen etwas hinken.
Außerdem gibt es noch die Unterscheidung zwischen Synthetik- und Daunenfüllung. Daunen sind wärmer, dafür aber auch empfindlicher. Sie fallen bei Nässe schnell zusammen und verklumpen. Synthetik hingegen braucht etwas länger um warm zu werden, dafür hält es aber auch Nässe aus. Ganz nebenbei ist es deutlich Pflegeleichter. Selbst wenn der Schlafsack repariert werden muss ist Synthetik deutlich dankbarer.
Ein weiterer Fakt den man nicht außer Acht lassen sollte ist dass Daunen ein Tierisches Produkt sind das nicht leidfrei gewonnen werden kann. Noch mehr als bei den Folgenden Kategorien gild bei Schlafsack und Zelt: informiert euch sehr gut über das jeweilige Produkt. Ein gutes Zelt und ein warmer Schlafsack sind entscheidende Faktoren für eure Sicherheit.
Und nun das Wichtigste zum Schluss: Bevor ungenutzte Schlafsäcke in euren Kellern vermodern, spendet sie lieber. Millionen von Menschen sind auf sie angewiesen. Ihr könnt hier wirklich helfen.
Wenn man in den Zelten die Schlafsäcke zurückrollt, findet man ganz unterschiedliche Systeme. Egal welches System ihr nutzt, es muss zu euch und euren Bedürfnissen und zu eurem Trip passen. Es gibt nur genau ein System das noch nicht einmal auf Festivals funktioniert. Und das ist ist die Luftmatratze. In den letzten 14 Jahren Camping haben wir niemanden getroffen, nicht einmal auf den unzählbar vielen Festivals der damit auch nur 3 Tage am Stück gut geschlafen hat. Das Problem daran ist einfach dass sie in der Wohnung auf dem glatten Laminat schon Luft verliert. Aber auf unebenen Kies oder Waldboden kann man das Projekt komplett abbrechen. Die erste Nacht wird sie etwas Luft nur verlieren. In den folgenden Nächten werdet ihr mitten in der Nacht auf dem blanken Boden aufwachen. Und es gibt kaum etwas nervigeres als sich in der Dunkelheit mehrfach aus und wieder in den Schlafsack zu wühlen. Aber wie schafft ihr euch nun eine gute robuste Basis?

Sie hat keine besonderen Zusatzfunktionen. Meist 1,9m lang und 55cm breit. Die normale Isomatte besteht aus herkömmlichem Schaumstoff. Sie schützt etwas gegen Kälte, ist einigermaßen bequem und dämmt nach unten etwas ab.Im Großen und Ganzen eine passable mittlere Schicht. Auch für Menschen die einmal im Sommer für 2 Tage auf ein Festival fahren möchten sicher eine gute Wahl.

Sie ist im Normalfall eine einfache Isomatte mit einer Alufolie, teilweise auch aus einem Material das an eine Rettungsdecke erinnert einseitig beschichtet. Diese Matte gewinnt an Komfort nichts dazu. Sie ist meistens genauso dünn wie eine normale Matte. Sie hat nur den Vorteil eine kälteabweisende Schicht zu besitzen. Je nach Wertigkeit der Matte kann das auf jeden Fall die Kälte etwas abhalten.Aber stellt euch den Effekt nicht zu stark vor. Es ist Besser als nichts, aber sie ersetzt keinen guten Schlafsack.Die Matte macht auf jeden Fall als Basisschicht Sinn.

Die Yoga- Matte oder auch Fitnessmatte ist ein absoluter Game- Changer. Sie ist super weich für eine Isomatte und sehr dick. Das heißt sie isoliert auch besser gegen Kälte von unten. Außerdem ist sie sehr preiswert und langlebig obendrein. Es gibt nur zwei sehr entscheidende Nachteile. Durch das Material kann sie viel Wasser speichern. Sehr viel Wasser. Das heißt leider im Umkehrschluss auch wenn sie einmal richtig nass wird, benötigt ihr perfektes Sommerwetter und eine menge Zeit um sie wieder trocken zu bekommen. Sie wird länger als einen ganzen Tag brauchen bis ihr sie wieder benutzen könnt. Im schlimmsten Fall habt ihr also nachts keine Matte mehr. Der zweite Nachteil ist ihr Gewicht bzw. Größe. Beides ist leider nicht zu unterschätzen. Durch das spezielle weiche Material ist sie leider die schwerste der vier Mattentypen.Die Yoga- Matte ist als Zweitmatte in als Middellayer oder als oberste Matte wirklich zu empfehlen, wenn ihr sicher mit schlechtem Wetter umgehen könnt.

Ein absoluter Klassiker, aber auch der Cadillac unter den Isomatten.Ausrollen- Ventil öffnen- warten- zudrehen. Je nach Qualität des einzelnen Modells, kann man absolut nichts dagegen sagen. Außer vielleicht dass sie die teuerste unter den Matten ist. Und das mit großem Abstand. Für eine Matte dieses Typs könnt ihr gut und gern mal zwischen 60€ und 160€ im niedrigsten Sektor ausgeben. Wartet hier auf ein gutes Angebot im Handel oder probiert die Matten aus den Discountern aus. Sie sind im Preis/ Leistungs Ranking kaum zu schlagen. Wir selbst benutzen sie mit großer Überzeugung. Im Endeffekt kommt es beim Camping auf das Layering bzw. den Zwiebellook an. Die Matten liegen meistens im mittleren Gewichtsbereich. Als mittlere bzw. oberste Schicht sind sie immer wieder gern genommen.
Die Bodenmatte. Kann man machen, muss man aber nicht. Ich persönlich lege sie immer unter unser Zelt, einfach schon um Steinchen und Dellen im Boden vorzubeugen. Sie sind schnell ausgelegt und schnell zusammengepackt, isolieren das Zelt von unten und halten auch Nässe ab.
Für Camper die ausschließlich zu Fuß unterwegs sind, können solche Matten schnell zu groß sein. Das Packmaß ist hier wirklich die Achillesferse. Eine Bodenmatte ist aber nur ein zusätzliches Gadget. Auch ohne sie könnt ihr draußen ausgezeichnet schlafen.

Überlegt euch beim Packen immer: Wo fahren wir hin? Wie ist das Wetter aktuell? Wie wird der Untergrund wahrscheinlich sein? Wie sind wir unterwegs? Auto, Bahn, zu Fuß? auch wichtig ist die Frage: Wie viele Stopps hat unsere Tour?
Beispiel:
Reiseziel: Süditalien
Wetter: Hochsommer
Untergrund: sandig
Unterwegs: mit dem Auto
Stopps: 5
Ergebnis: Zelt mit Sandheringen und kleinem Handbesen, leichter Schlafsack, zweilagiges Isomatten‑Setup (selbstaufblasend + Yogamatte) und – wenn Platz ist – Bodenmatten für den Komfort. Bei mehreren Stopps nicht zu viel einpacken.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleine Überblick durch einen kleinen Teil der Campingausrüstung geben. Frei nach der Devise: Camping muss nicht viel kosten, man muss nur wissen wie`s geht!
Eure Patricia